2009-01-22Moebelfertigung: Na drodze do europejskiej grupy przemysłowej

Im Bereich dekorative Beschläge ist GAMET S.A. in Polen mit 30 Prozent Marktführer und zudem im Export nach Osteuropa stark aufgestellt. Mit einer hochmodernen Produktion im Rücken, verfolgt das Management des Unternehmens jedoch weit größere Ziele und will in den kommenden Jahren eine europäische Industrie-Gruppe aufbauen. So werden auch in Deutschland Firmen für eine Übernahme beziehungsweise Fusion gesucht. Noch in diesem Jahr ist der Gang an die Börse geplant.

"Um Träume zu verwirklichen, muss man große Pläne haben“, sagt GAMET S.A. - Geschäftsführer Krzysztof Pióro. In seinem Heimatland ist der polnische Griff-Hersteller mit einem Marktanteil von 30 Prozent die klare Nummer eins. Diese Positionierung soll jedoch nur eine Zwischenstation sein. Nachdem Pióro 2005 die 100-prozentige Übernahme des Unternehmens durch den von Enterprise Investors geführten Private-Equity-Fond „Polish Enterprise Fund V“ vorbereitete und den Vorstandsvorsitz übernahm, stieg der Umsatz des polnischen Beschlägeherstellers von etwa 30 auf aktuell mehr als 44 Millionen Euro. Die Exportquote kletterte von zehn auf 40 Prozent. Im Marktsegment dekorative Beschläge ist GAMET S.A. laut Krzysztof Pióro momentan sogar „die am dynamischsten wachsende Firma in Ost- und Mitteleuropa“.

Das macht Lust auf noch mehr. Wo andere in Zeiten schleppender Konjunktur auf zartes Wachstum hoffen, blickt Pióro extrem offensiv und selbstbewusst in die Zukunft. Seine Vision: „Wir bauen eine europäische Industrie-Gruppe. Momentan sind wir in unserem Marktsegment die größte Firma in Osteuropa. In fünf Jahren wollen wir eines der größten Unternehmen in ganz Europa sein.“

Die strategischen Planungen für diesen nächsten großen Schritt laufen seit Monaten auf Hochtouren. So war GAMET S.A. 2006 nach Auskunft von Pióro kurz davor, den damals insolventen Beschlägehersteller Schwinn mit Stammsitz in Ober-Ramstadt zu kaufen. Der Hintergrund: GAMET S.A. beliefert in Deutschland momentan etwa 100 Möbelproduzenten, die nehmen jedoch nur kleine Mengen ab. „Im Gegensatz zu den osteuropäischen Märkten, die eine starke Dynamik kennzeichnet, zeichnen sich die westeuropäischen Märkte durch eine große Stabilität aus“, so Piotr Chelminski, Vorstand für Marketing und Vertrieb. Deshalb sei es für GAMET S.A. äußerst schwierig, in Deutschland Marktanteile dazuzugewinnen.

Somit ist das Thema Firmenübernahme auch weiterhin brandaktuell. „Wir sind auf dem für uns ganz wichtigen deutschen Markt geduldig, wenn sich jedoch die Chance ergibt, ein Unternehmen zu kaufen beziehungsweise mit einem Unternehmen zu fusionieren, würden wir natürlich wesentlich schneller vorankommen.“ Image-Probleme beziehungsweise Vorbehalte, wenn ein polnisches ein deutsches Unternehmen übernimmt, sieht der Vorstandsvorsitzende Pióro nicht mehr. „Global gesehen ist der Ruf von unseren direkten Konkurrenten wie Schwinn oder Union Knopf besser, als unser. Aber: Genauso wie die Deutschen sich daran gewöhnt haben, dass heute verschiedenste Produkte in China oder Taiwan gefertigt werden, akzeptieren sie mittlerweile, dass Investoren auch aus Osteuropa kommen können. Jährlich gibt es branchenübergreifend bereits etwa 20 solcher Transaktionen.“ Zumal die dem Unternehmen GAMET S.A. übergeordnete Aktiengesellschaft Gamet Holding – auch als psychologisches Moment – ihren Sitz in Luxemburg hat.

Allerdings hat das polnische Unternehmen nicht nur deutsche Firmen im Blick. „Es gibt auch in Belgien, Spanien und Großbritannien einige Unternehmen, die wir uns als Partner vorstellen können.“ Die Mittel für einen Zukauf stehen durch verschiedene Banken bereit. Zudem will der Beschlägehersteller spätestens in diesem Juli an die Börse in Warschau gehen. Komplett auf Wachstum ausgerichtet und damit hervorragend aufgestellt ist GAMET S.A. nicht nur, was den finanziellen Background betrifft, sondern vor allem in produktionstechnischer Hinsicht. 2005 kaufte das Unternehmen ein Werksgelände für 1,3 Millionen Euro und investierte bis 2006 mehr als zehn Millionen Euro in eine hochmoderne Produktion. Heute ist das Gelände wegen des Baumbooms in Polen mehr als 3,5 Millionen wert – und bietet so viel Platz, dass die Produktion noch um das Doppelte ausgedehnt werden kann. In diesem Jahr investiert GAMET S.A. weitere drei Millionen Euro.

Herzstück, beziehungsweise das „Gewissen“ der im Dreischicht- Rhythmus und bei Bedarf sieben Tage die Woche laufenden Produktion ist die 64 Meter lange Galvanik. Dort laufen acht Prozesse zur gleichen Zeit. Einen reibungslosen Fluss gewährleistet deutsche Technik, die Modifikation wurde auf Polnisch installiert. An die Galvanik angeschlossen ist eine moderne, große Kläranlage – bei Bedarf kann auch sie erweitert werden. Trotz modernster, automatisierter Produktionsstraßen erhalten die Griffe, Haken und Möbelfüße, wie bei anderen Herstellern dekorativer Griffe auch, den letzten „Schliff“ per Hand. „Schließlich machen wir Schmuck für’s Möbel“, so Pióro. „Außerdem sind bestimmte technische Details, wie beispielsweise Gewinde, für eine Automatisierung zu unterschiedlich.“ Tiefgreifende Veränderungen leitete das Management in den vergangenen Monaten zudem in puncto Portfolio ein. Das Sortiment wurde von 11.500 auf 6.500 Indexe zusammengestrichen. Darüber hinaus wurde intensiv an der Produkt-Optik gefeilt. So holte GAMET S.A. beispielsweise renommierte polnische und ausländische Designer wie Ute Bröker, Sebastian Olszewski und Milena Ballue ins Boot. Dabei achtet das Unternehmen konzentriert darauf, dass sich das Design dem Bedarf des jeweiligen Markt anpasst. So ist für Deutschland und Skandinavien eher schlichte Eleganz, ausgedrückt in einfachen, modernen Formen relevant. Großbritannien und Russland hingegen verlangen Opulentes, Retro, Zierde, schmückende Elemente. „Es ist ein Schlüssel unseres Erfolges, zu verstehen, was wer verlangt. Nicht nur international, sondern auch regional“, so Krzysztof Pióro. „Denn wie in anderen Ländern auch gibt es in Polen regionale Unterschiede.“

Eine weitere Besonderheit des Stammwerkes in Torun nötigt Piotr Chelminski eher ein süß-saures Lächeln ab: Die EUNormen, die das Unternehmen beim Bau des Werkes einhalten musste, sind zum Großteil strenger, als die, die momentan in Deutschland umgesetzt werden. Vor allem, was Arbeits-, Umweltschutz und die Sozialräume angeht. So wird in der Galvanik zehnmal in der Stunde die Luft ausgetauscht, in Deutschland, laut Chelminski, nur sechsmal. „Zudem“, schmunzelt er, „haben wir im Werk wahrscheinlich die größte Toilettendichte im Umkreis von 100 Kilometern.“ Hauptsächlich auf den osteuropäischen Markt richtete GAMET S.A. das neue computergestützte Lager aus. „Flexibilität ist bei den Märkten im Osten enorm wichtig.“ Unter anderem werden 150 DIY-Märkte beliefert. „Die Kunden kaufen oft, aber wenig“, begründet Pióro das Vorhalten großer Lagerbestände und die Investition in die 8000 Quadratmeter großen Hallen, in denen 30 Angestellte arbeiten. Stolz ist der Firmenchef, dass die Fehlerquote bei Auslieferungen nur bei 0,4 Prozent und damit zum Beispiel unter der von Toyota Europa liegt.

Info > Stammsitz der Gamet S.A.: Torun (Polen). Produktion und Verkauf von Möbel- sowie Baubeschlägen. Inhaber des Unternehmens: der von Enterprise Investors repräsentierte Fonds PEF V Investments Holdings, durch Vermittlung der Gamet Holdings S.A. mit Sitz in Luxemburg. Werk und logistisches Zentrum in Torun. Dort unter anderem 64 Meter lange Galvanikstraße. Beschichtungen: Messing poliert, Messing matt, Chrom poliert, Chrom matt, Nickel matt, Nickel gebürstet (Edelstahloptik). Weiteres Werk in Chelmza. 619 Mitarbeiter insgesamt. Umsatz 2007: 44,35 Millionen Euro. In Polen mit etwa 30 Prozent Marktführer im Segment dekorative Möbelbeschläge. Exportquote: 40 Prozent. Hauptabnehmer: Russland sowie Ukraine, Rumänien, Skandinavien. Portfolio: circa 6.500 Produkte. Pro Monat werden etwa drei Millionen Griffe produziert. Jährlich in Zusammenarbeit mit polnischen und ausländischen Designern Entwicklung von etwa 50 neuen Mustern. Materialien: unter anderem Legierungen von Zink und Aluminium, Aluminium, Kunststoff, Stahl, Edelstahl, Holz, Porzellan. Hauptvertriebswege Möbelbeschläge: Möbelproduzenten, Baumarktketten, unabhängige Vertreter, Großhändler, Projektstudios. Hauptvertriebswege Baubeschläge: Türdrückerproduzenten, Baumarkt- Großhandelsketten, DIY sowie Geschäfte, die Türen und Fenster verkaufen. ISO-Zertifikat 9001:2000 seit Dezember 2004. NT

Tino Eggert

Tłumaczenie artykułu opublikowanego w popularnym niemieckim czasopiśmie branżowym Moebelfertigung 03/2008. Möbelfertigung 03/2008. 03_2008_moebelfertigung_tlumaczenie_artykulu.pdf/files/artykuly_zalaczniki/2009-01/03_2008_moebelfertigung_tlumaczenie_artykulu.pdf